Entspannungstechniken für Dich und Deinen Hund

Entspannung im Alltag

Entspannungsübungen sowie die konditionierte Entspannung gehören zu den wichtigsten Tools in der Hundeerziehung, denn jedes Verhaltensproblem wirkt sich deutlich stärker aus, wenn der Hund innerlich unruhig oder gestresst ist und ein erhöhtes Erregungslevel hat. Das kennt man auch von sich selbst: wenn man einen schlechten Tag hat und ein dünnes Nervenkostüm, dann reagiert man auf kleine Unannehmlichkeiten deutlich stärker, als wenn man grundsätzlich entspannt ist. Man kann auch sagen, dass man überreagiert. Startet man das Training mit gezielten Entspannungsübungen so passiert es häufig, dass Hunde das unerwünschte Verhalten gar nicht mehr oder nur noch sehr abgeschwächt zeigen. Die erzielte Entspannung bietet eine perfekte Grundlage für ein erfolgreiches Hundetraining mit schnellen und nachhaltigen Erfolgen.

Es ist außerdem sehr interessant zu beobachten, dass Hunde, die ein erhöhtes Erregungslevel haben in Situationen ängstlich oder aggressiv reagieren, die gar nichts mit dem Stressauslöser zu tun haben. Das heißt der Stress entlädt sich auch in kontextfremden Situationen. Üblicherweise trainieren die Besitzer dann nur die Situationen, die unerwünschtes Verhalten auslösen. Wenn damit aber nicht die Reduktion des Erregungslevels einhergeht wird das Training keinen oder nur einen geringen Erfolg haben. Oder der Hund sucht sich ein anderes, neues Ventil.

Ein Beispiel aus der Verhaltensberatung: vor einiger Zeit kam ich zu einem Hund nach Hause, der sehr aufgeregt auf meine Ankunft reagierte und sich während meines gesamten Besuchs nicht sichtbar entspannen konnte. Die Besitzer erzählten, dass er Fremden gegenüber sehr ängstlich und unsicher ist. Seit Silvester hat er außerdem Angst davor Abends das Haus zu verlassen. Wir starteten mit einem gezielten Entspannungstraining und bereits in der ersten Phase des Entspannungstrainings konnten mir die Besitzer berichten, dass der Hund wieder freudig zu Spaziergängen mitkommt. Das verblüffende daran ist, dass das bisherige Entspannungstraining nur im Haus stattgefunden hat und noch gar nicht mit den Spaziergängen verknüpft wurde.

Wichtiger Hinweis: Sollte ein Hund über ein sichtbar erhöhtes Erregungslevel verfügen, dann sollte man natürlich prüfen woher dieses stammt und direkt am Auslöser arbeiten. Mögliche Auslöser können Kranheiten und Schmerzen sein, falsche Trainingsmethoden, eine unpassende Hundezusammenstellung im Haushalt, Über- oder Unterforderung.

Gezielte Entspannungs-übungen

Man kann mit Hunden gezielte Entspannungsübungen machen. Dafür nutzt man Anfangs Tageszeiten oder Momente, in welchen die Hunde bereits grundsätzlich entspannt sind. Nun kann man den Hund mit langsamen Bewegungen streicheln, kraulen oder massieren und ihn so in einen Entspannungszustand bringen. Das sollte man wenn möglich für einige Minuten machen. Gerne kann man dabei mit ruhiger Stimme sprechen oder sogar Entspannungsmusik laufen lassen. Sollte der Hund währenddessen aufstehen und weggehen ist die Übung beendet. Setzt sich der Hund ab oder leg sich, sind das gute Gradmesser dafür, dass es den Hund entspannt. Ist das Gegenteil der Fall, also wird der Hund aufgedreht, fängt an mit den Händen so spielen oder ähnliches, hat man eine direkte Rückmeldung, dass die Art und Weise des Streichelns nicht zu einer Entspannung führt.

In diesen Entspannungsübungen merkt man nach und nach, was den eigenen Hund entspannt und was nicht, man lernt den Hund noch einmal aus einer neuen Perspektive kennen und versteht seine Bedürfnisse. Die Übung kann man auch mehrmals täglich machen. Sollten mehrere Bezugspersonen an der Übung beteiligt sein, dann kann es Sinn machen an Foto des Hundes auszudrucken und die Stellen am Körper zu markieren, an welchen er gerne gestreichelt und gekrault wird. Nachdem die Entspannungsübungen im ersten Schritt in einem entspannten Kontext geübt und aufgebaut werden, können sie im nächsten Schritt auch in angespannteren Situationen genutzt werden. Beispielsweise auf Spaziergängen, in Restaurants oder im Ferienhaus im Urlaub. Ziel ist es immer, den Hund in eine Entspannung zu verhelfen und gemeinsam zu lernen, dass Entspannung auch in ungewohnter oder neuer Umgebung möglich ist.

Isometrische Übungen

Eine weitere Möglichkeit stellen die Isometrischen Übungen dar. Als Isometrische Übungen bezeichnet man eine spezielle Entspannungstechnik, die auf der gezielten Muskelan- und entspannung basiert. Auch hier ist es das Ziel den Hund durch die Übungen von einem erhöhten auf ein niedriges Erregungslevel zu bringen. Wenn man das bereits Zuhause und unterwegs erfolgreich üben konnte, lässt es sich in aufregenden Situationen einsetzen, um den Hund zu entspannen.

Bei den Isometrischen Übungen erzeugt der Hund Druck gegen die Handfläche oder den Körper der Bezugsperson (im Stehen können es beispielsweise auch die eigenen Beine sein), was zu einer direkten Entspannung führt. Es ist also tatsächlich kein Zufall, dass Hunde dieses Verhalten in angespannten Situationen von sich aus zeigen, wenn sie sich zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln gegen die Beine des Besitzers drücken.

Man beginnt damit den Hund mit der Hand an einer Körperstelle, beispielsweise seitlich an der Schulter, zu berühren. Dabei wird Anfangs noch kein Druck aufgebaut, es geht lediglich darum den Hund an diese Art der Berührung zu gewöhnen. Man kündigt diese Berührung mit einem Kommando an, z.B. „Berühren“ oder „Hand“, damit der Hund sich darauf einstellen kommt, dass er nun angefasst wird. Dann legt man die Hand an den Hund, markiert diesen Moment mit einem Markersignal und gibt dem Hund noch während die Hand auf ihm liegt eine Belohnung. Der Ablauf ist also:

1. Ankündigung über Kommando „Berühren“
2. Hand geht an den Körper des Hundes
3. Markierung mit Markersignal „Klick“
4. Belohnung geben während die Hand am Hund ist
5. Hand langsam runter nehmen

Diesen Ablauf wiederholt man einige Male.

Der zweite Schritt im Training ist, dass man beim Auflegen der Hand einen leichten Druck ausübt, in der Hoffnung, dass der Hund diesen leichten Druck bereits mit Gegendruck beantwortet. Der Gegendruck wird direkt mit dem Markersignal markiert und belohnt. Auch das wiederholt man einige Male.

Es ist insgesamt wichtig, dass man selbst entspannt und ruhig ist während der Übungen. Alle Handbewegungen sollten langsam und bedacht sein.

Die Isometrischen Übungen machen vor allem bei Hunden Sinn, die sich nicht gerne streicheln oder anfassen lassen. Oder man setzt sie gezielt ein, um Berührungen positiver zu verknüpfen.

Konditionierte Entspannung

Bei der konditionierten Entspannung verknüpft man den Entspannungszustand mit einem Reiz. Somit macht man es möglich das Gefühl der Entspannung durch den konditionierten Reiz auszulösen oder aufrecht zu erhalten.

Dabei gibt es Reize, die eine kurzzeitige Wirkung haben, wie ein Entspannungswort. Reize wie Entspannungsmusik, eine Decke oder ein Halstuch stellen langfristigere Reize dar. Ein Entspannungswort nutzt man zum Beispiel dann, wenn der eigene Hund im Spiel zu erregt und aufgedreht wird, damit man ihn für sich wieder ansprechbar macht. Möchte man die konditionierte Entspannung aufbauen um den Hund im Restaurant oder beim Alleine bleiben zu entspannen, dann sollte man es eher über einen Reiz machen, der langfristiger wirkt.

Aufbau des Entspannungsworts

Für das Entspannungswort bringt man den Hund durch Steicheln in einen Entspannungszustand. Zwischendrin nimmt man kurz die Hand vom Hund, sagt das Entspannungwort „Entspann dich“ oder „Ruhig“ und legt er danach wieder die Hand an den Hund. Das Entspannungswort sagt man am besten in einem ganz normalen Tonfall und mit normaler Lautstärke. Viele Besitzer tendieren dazu das Entspannungswort leise singend zu sagen, was aber Probleme mit sich bringt. Denn entweder ist es einem unangenehm es in der Öffentlichkeit in der selben Weise zu „singen“ oder es ist zu leise und der Hund nimmt es unter Ablenkung gar nicht wahr. Wenn man den Hund nicht über Streicheln oder Kraulen entspannen kann, dann kann man das Entspannungswort auch darüber aufbauen, dass man es immer dann nennt, wenn der Hund von sich aus entspannt ist.

Aufbau eines Langzeitreizes für Entspannung

Aktiv während Entspannungsübungen:
Möchte man einen langfristigen Reiz mit der Entspannung verknüpfen, dann führt man die Entspannungsübungen immer unter Einbeziehung des Reizes aus, also bei Entspannungsmusik oder auf einer bestimmten Decke. Oder man legt dem Hund für die Übung ein Halstuch an. Die Reize werden nach der Übung wieder entfernt. Das kann mit jedem beliebigen Reiz gemacht werden, die Klassiker sind: Decke, Handtuch, Musik, Duft, Halstuch.

Passiv in Momenten der Entspannung:
Außerdem gibt es die Möglichkeit einen bestimmten Reiz immer dann zum Hund zu legen, wenn dieser eh bereits entspannt ist. Das bedeutet, dass man dabei keine aktive Entspannungsübung macht, sondern Momente abwartet, in welchen der Hund von sich aus entspannt ist und diese verknüpft man dann mit dem ausgewählten Reiz. Klingt kompliziert, funktioniert aber ganz einfach. Man wartet bis der Hund ganz entspannt schlummert und fügt dann den Reiz hinzu, schaltet also die Musik ein oder legt die entsprechende Decke zum Hund.

Verwendung von Duftöl

Man kann sehr gut mit Duftölen arbeiten, welche auf die Hunde entspannend wirken. Dazu verwendet man reine ätherische Öle, am besten Lavendel- oder Citrus-Öl. Man gibt dabei lediglich einen halben Tropfen bis Tropfen auf die Decke oder das Handtuch, da der Duft sonst viel zu intensiv wäre für unsere Hunde. Es kann natürlich trotzdem sein, dass der Hund die Decke absolut meidet und den Duft nicht mag, das muss man einfach individuell ausprobieren.

Für den Aufbau der Verknüpfung kann man wieder wie oben beschrieben vorgehen: wenn der Hund eh entspannt ist, legt man einfach die duftende Decke zum Hund. Sobald der Hund aufsteht oder sich die Situation ändert, nimmt man die Decke wieder weg und räumt sie auf.

Entspannung als Akku

Bei der konditionierten Entspannung laden wir Reize mit der Emotion der Entspannung auf. Das Ziel ist es, dass die Hunde sobald die Reize ins Spiel kommen, Entspannung fühlen. Damit das langfristig funktioniert müssen diese Reize immer mal wieder mit Entspannung „aufgeladen“ werden, wie bei einem Akku. Man kann die Reize also nicht unbefristet in Situationen einsetzen, in welchen die Hunde entspannt sein sollen. Zwischendruch müssen sie wieder aktiv mit einem Entspannungszustand verknüpft werden, so wie in der Konditionierung beschrieben.

Hunde & Menschen: Ein persönlicher Kommentar

Hunde & Menschen

Manchmal laufe ich durch die Straßen und beobachte Besitzer und ihre Hunde. Eine alte Frau steht an der Ampel und wartet bis diese grün wird. Sie schaut sich nach ihrem Hund um und weist ihm den Weg über die Straße. Es ist ein kleiner grauer Struppel, dem man die Jahre schon ansieht. Er humpelt ein wenig, aber folgt seiner Besitzerin motiviert über die Straße. Auf der anderen Seite angekommen lächeln sich Besitzerin und Hund kurz an, als ob sie sich sagen wollten ‚das haben wir gemeinsam geschafft’ und gehen zufrieden weiter. Ein paar Straßen weiter ist eine große Grünfläche und Hunde laufen ohne Leine. Ein Pärchen ruft ihren Hund, dieser kommt voll Freude angerannt und drückt seinen Körper an die Beine seiner Besitzer, damit sie ihn besser kraulen können. Sein Blick ist ausgelassen und glücklich. Ich gehe weiter und komme an einem Café vorbei. Ein Mann sitzt in der Sonne bei Espresso und Zeitung. Erst auf den zweiten Blick sehe ich den kleinen braunen Terrier neben ihm auf der Bank sitzen. Er betrachtet seinen Besitzer voll Bewunderung und liegt dabei entspannt auf der Holzbank. Ich lächle und denke mir, es sind genau diese Momente zwischen Hund und Mensch, die mich berühren und bewegen. Ich könnte ihnen stundenlang zusehen. Es ist ein liebevolles Miteinander, ein sich gegenseitig schätzen, ein ‚ich freue mich, dass es dich gibt und dass wir gemeinsam durch das Leben gehen dürfen’.

Das ist der Grund für meine Hundeliebe und meine Motivation Besitzer und ihre Hunde noch ein Stück näher zusammen zu bringen. Manchmal auch zwischen ihnen zu vermitteln, Missverständnisse aufzulösen und die Kommunikation zu verbessern. Dabei freue ich mich immer über Besitzer, die ihren Hund wirklich verstehen möchten, die ihm dabei helfen möchten sich in unserer Gesellschaft einzufügen. Besitzer, die den Anspruch haben sich umfassend mit dem ‚Thema Hund’ auseinander zu setzen und im Zusammenleben mit ihm tief in seine Bedürfnisse und Beweggründe einzusteigen.

Chancen und Grenzen in der Hundeerziehung

Das bedeutet keinesfalls, dass wir alle erwünschten und unerwünschten Verhaltensweisen unseres Hundes so hinnehmen müssen wie sie sind und sie zwar erklären, aber nicht ändern können. Es bedeutet, dass wir Phasen und Herausforderungen unseres Hundes beobachten, analysieren und dann auf dieser Basis ein Training entwickeln, das an der Ursache des Problems ansetzt und nicht nur versucht Symptome zu ersticken. Das bedeutet auch, dass Besitzer umfassend darüber aufgeklärt werden warum ihr Hund bestimmte Verhaltensweisen zeigt und welche Möglichkeiten mit welcher Form des Trainings bestehen.

Denn es gibt Verhaltensweisen und Muster, die sich vollständig ablegen lassen und andere, mit welchen man zwar umzugehen lernt, die aber nie vollkommen verschwinden. Meistens sind das genetisch fixierte Verhaltensweisen, wie beispielsweise der Sexualtrieb oder Jagdinstinkt. Man wird einem unkastrierten Rüden nie abgewöhnen können einer läufigen Hündin hinterher rennen zu wollen, aber man kann es sehr wohl schaffen den Rüden über einen gut aufgebauten Rückruf auch in solchen Situationen kontrollierbar zu machen. In einem guten und modernen Hundetraining findet man eine Balance zwischen den Anforderungen des Besitzers und den Bedürfnissen und Möglichkeiten des Hundes.

Eine Balance, die beide gleichermaßen glücklich macht und so zu einem gemeinsamen Miteinander führt. Dabei ist es vor allem wichtig eine erfolgreiche Kommunikation zwischen Mensch und Hund zu etablieren und eine Situation zu schaffen, in der sich Mensch und Hund gegenseitig einschätzen können. Denn nur so ist es möglich Vertrauen aufzubauen. So weiß der Besitzer welchen Gedanken der Hund gerade hegt (oder gleich hegen wird, wenn der Hase über den Weg hoppelt) und der Hund kann dem Menschen vertrauen, weil er für ihn einschätzbar ist.

Ein Schlusswort

Wir sind alle nur Menschen und dürfen natürlich auch menschlich reagieren. Man darf auch mal von Zeit zu Zeit genervt oder schlecht gelaunt sein und muss das nicht vor dem Hund verstecken. Diese merken das ja meist eh schneller als wir selbst. Und selbstverständlich rufe ich auch im Affekt „NEIN“, wenn meine Hündin nach dem Spaziergang im Matsch voll Wonne in das frisch bezogene Bett springen möchte. Darum soll es nicht gehen. Es geht darum ein grundlegendes Verständnis für unsere Hunde und angemesse Trainingsmethoden zu schaffen. Meine Vision ist es, dass es zur Normalität wird einen freundlichen, verständnisvollen und fairen Umgang mit den Hunden zu etablieren und sich Hundebesitzer aufgeklärt und reflektiert mit dem Thema Hundeerziehung auseinandersetzen, alte Muster und Einstellungen ablegen können. In meiner Vision stehen Milan und Rütter nicht mehr vor der Fernsehkamera.

Hunde sind treue Partner und Wegbegleiter, sie bereichern unser Leben durch ihre Ehrlichkeit und Direktheit. Wir haben uns alle bewusst dafür entschieden unser Leben mit einem oder mehreren Hunden zu teilen und es ist etwas wundervolles. Und genauso wundervoll und respektvoll sollten wir mit unseren Hunden umgehen. Punkt.

Was hat es denn mit diesen Markersignalen auf sich?

Hintergründe zum Markertraining: warum?

Der Erfolg eines guten Hundetrainings hängt maßgeblich davon ab, ob Mensch und Hund sich richtig verstehen. Da Menschen und Hunde unterschiedlich kommunizieren kann es genau daran oft scheitern im Training. Für eine erfolgreiche Kommunikation nutzt man also am besten Signale, die beide Seiten verstehen. Das Markertraining setzt genau hier an und ist daher so unglaublich hilfreich. Die Grundlagen von dem Einsatz und dem Konditionieren von Markern als Signal sind die klassische und operante Konditionierung. Für eine praxisnahe Anleitung muss man diesbezüglich allerdings nicht in die Tiefen der Theorie einsteigen.

Ein Markersignal kann ein Wort oder auch ein bestimmter Ton, wie der Klicker, sein. Als Wort eignen sich kurze, prägnate Worte, die man nicht im normalen Sprachgebrauch nutzt. Beispielsweise „TOP!“, „YES!“, „CKECK!“ oder tatsächlich auch „KLICK!“. Vor allem letzteres Markerwort nutzen viele Besitzer, die gerne mit dem Klicker arbeiten, aber zusätzlich ein Markerwort aufbauen möchten für den Fall, dass sie den Klicker nicht parat haben. Dadurch, dass all diese Markersignale sehr prägnant und immer gleichbleibend sind, reagieren die Hunde sehr gut darauf und können im Training konzentriert bleiben. Auch bei hibbeligen, unkonzentrierten Hunden kann man damit sehr große Erfolge erzielen.

Der Klicker ist dem Markerwort in einer Sache überlegen: auch in kritischen Situationen hört er sich immer gleich an, während bei einem Markerwort die Stimmlage unterschiedlich sein kann. Dennoch überwiegen die Vorteile bei einem Markerwort: man hat die Hände frei, man hat es immer „dabei“ und es ist weniger auffällig, als ein Klicker. Das macht das Markerwort deutlich alltagsfreundlicher und damit zum Favoriten. Wer fleißig ist sollte im besten Fall beides, also den Klicker und ein Wort als Marker aufbauen.

Mit einem konditionierten Marker kann man sehr punktuell und genau bestimmte Verhaltensweisen des Hundes markieren und damit entweder belohnen oder auch Situationen und Reize positiv belegen. Ein gut aufgebautes Markersignal überwiegt einer normalen Belohnung, denn es wirkt insgesamt wie ein Verstärker. Der Hund lässt sich damit in dem Bruchteil einer Sekunde in die Erwartungshaltung bringen nun eine tolle Belohnung zu erhalten. Dadurch lernen Hunde sehr schnell und sind extrem konzentriert bei der Sache. Außerdem lässt sich ein Marker auch auf die Distanz anwenden oder in Situationen, in denen man nicht direkt eine Futterbelohnung gehen kann oder möchte (z.B. bei Futterneid unter Artgenossen).

Der Marker dient dabei als Ankündigung einer Belohnung. Es folgt also immer eine Belohnung nach dem Signal, das kann eine Futterbelohnung sein, stimmliches Lob oder ein Spiel. Außerdem kann man Verhaltensweisen, die der Hund gerne zeigen möchte als Belohnung nutzen. Buddeln, Schnüffeln, ins Wasser rennen oder ähnliches. Man nutzt also im Grunde alles, was der Hund gerne mag, und baut darüber eine zielgerichtete Belohnung auf.

Anleitung zum Aufbau eines Markersignals: wie?

Anfangs kennt der Hund die Bedeutung des Markersignals noch nicht. Womöglich reagiert er dennoch aufmerksam auf den Klicker, das hat aber nur etwas mit einer ersten Neugier zu tun. Man muss dem Hund aktiv beibringen, dass nach dem Klick oder dem Markerwort immer etwas sehr positives für ihn folgt.

Man bereitet sich einige Leckerlis vor, die der Hund sehr gerne mag. Am besten legt man diese in eine Schüssel oder in einen Leckerlibeutel. Nun gibt man das Markersignal, also das Wort oder den Klick und greift danach zu einem Leckerli und gibt es dem Hund. Damit das Markersignal erfolgreich aufgebaut wird ist es sehr wichtig, dass diese Schritte nacheinander und nicht gleichzeitig passieren. Also: Markersingal – Griff zu Leckerli – Leckerli Hund geben. Der meist gesehene Fehler ist, dass der Besitzer das Leckerli bereits zu Früh in der Hand hält oder die Hand schon im Leckerlibeutel steckt. Gerne kann man auch mit stimmlichem Lob begleiten, also: Markersingal – stimmliches Lob – Griff zum Leckerli und Hund geben.

Tag 1 – 3:

In den ersten Tagen empfiehlt es sich 3-4 mal pro Tag diese Konditionierung durchzuführen, jeweils mit circa 10 Leckerlis, danach wird wieder eine Pause gemacht.

Tag 3 – 7:

In den nächsten Tagen kann man das Markersignal mit bereits bekannten Kommandos verknüpfen. Man gibt dem Hund also zum Beispiel das Kommando, dass er sich absetzen oder ablegen soll und markiert dann genau das gezeigte Verhalten und belohnt es. Die Abfolge ist: Kommando „Sitz“ – Hund setzt sich – Markersignal – Griff zum Leckerli und Hund geben. Gerne mit stimmlichem Lob begleiten. Dabei kann und sollte man mit der Belohnung variieren. Man kann eine Futterbelohnung aus der Hand geben oder 1-2 Meter werfen, so dass der Hund hinterher springen kann. Außerdem kann man ein Spielzug zur Belohnung geben oder einen Futterbeutel werfen, falls der Hund das bereits kennt. Auf jeden Fall sollte man zwischen den unterschiedlichen Belohnungen variieren, weil das Markersignal damit noch besser als Verstärker wirken kann. Man kann es sich wie einem bunten Blumenstrauß aus verschiedenen Belohnungen vorstellen und man bedient sich immer mal wieder unterschiedlicher Belohnungen. Setzt man dabei noch das eigene stimmliche Lob an, dann lädt man dieses ebenfalls noch zusätzlich positiv auf.

Ab Tag 7:

Nach einer Woche Training sollte der Hund das Signal bereits positiv verknüpft haben. Nun ist es empfehlenswert das Signal vor dem Training oder vor Spaziergängen mit 5-10 Wiederholungen wieder ganz aktiv in Erinnerung zu rufen. Danach kann man es dann einfach zur Belohnung einsetzen.

Auch zukünftig bleibt es dabei, dass das Markersignal eine Belohnung ankündigt, es muss also auch immer eine Belohnung folgen. Das Signal allein ersetzt nicht die Belohnung, sondern kündigt sie nur an.

Anwendung des Markersignals: wann?

Das konditionierte Markersignal kann man grundsätzlich immer im Alltag mit dem Hund anwenden, bei allem, was der Hund toll gemacht hat und ganz gezielt auch bei Kommandos, die dem Hund noch schwer fallen. Man setzt es einfach immer vor eine Belohnung und kündigt diese damit an. Dadurch, dass vor allem das Markerwort sehr unkompliziert in der Anwendung ist kann man es problemlos immer anwenden. Wenn der Hund warten soll bevor er an den Fressnapf geht zum Beispiel oder wenn er kurz neben dem Auto warten soll, während man den Kofferraum einräumt. Es gibt unzählige Situationen. Neben der Anwendung im normalen Alltag findet es natürlich auch Anwendung im gezielten Hundetraining. Beim Aufbau eines neuen Kommandos oder auch im Training an der Leine, mit Artgenossen oder mit für den Hund schwierigen Reizen.

Das Markersignal dient dabei nicht nur als Belohnung für erwünschtes Verhalten, sondern kann auch gezielt unangenehme Reize positiv belegen. Dafür gibt es beispielsweise das Prinzip „Klick-für-Blick“. Hat ein Hund Probleme mit Kindern, so kann man jeden Blick des Hundes zu einem Kind markieren und dann belohnen. So wird das Kind für den Hund positiv verknüpft (immer wenn man ein Kind sieht bekommt man eine tolle Belohnung) und der Hund erhält die Tendenz nicht zum Kind zu gehen, sondern sich seinem Besitzer zuzuwenden, denn von diesem kommt ja die Belohnung.

In der aktuellen Hundeerziehung wird ein Markersignal sogar dann eingesetzt, wenn der Hund unerwünschtes Verhalten zeigt, um dieses zu unterbrechen und die Situation mit einer positiven Erwartungshaltung zu verknüpfen. Bleibt man bei dem Beispiel mit dem Kind könnte es so ablaufen: der Hund sieht ein Kind und bellt direkt beim ersten Blick. Auch dann kann man mit dem Markersignal reagieren, der Hund unterbricht das unerwünschte Verhalten, wendet sich dem Besitzer zu und bekommt dafür die Belohnung. Das Ziel ist, dass die Hunde zukünftig nur noch kurzzeitig oder gar nicht mehr das unerwünschte Verhalten zeigen, sondern die Verhaltenskette entwickeln: auf Kind folgt Besitzer ansehen folgt Belohnung.

Grundsätzlich ist es empfehlenswert ein gut aufgebautes Markersignal auch zur Unterbrechung von unerwünschtem Verhalten einzusetzen, aber man sollte das durchaus vorsichtig machen und im besten Fall mit einem Hundetrainer abstimmen, der mit Markersignalen arbeitet und die Situation kennt. Denn man möchte vermeiden einen erhöhten Erregungszustand eines Hundes durch den Marker zu verstärken.

Belohnungen in der Hundeerziehung

Mit der richtigen Art der Belohnung steht und fällt der Erfolg im Hundetraining. Und das Thema ist ein bisschen komplexer, als es sich viele Hundebesitzer vorstellen. Man kann unterscheiden zwischen der richtigen Art der Belohnung, dem korrekten Zeitpunkt, an dem belohnt wird sowie dem Ort der Belohnung. All diese Faktoren wirken sich auf das Verhalten des Hundes und den Trainingserfolg aus und daher lohnt es sich einen Blick darauf zu werfen!

Die richtige Belohnung

Man spricht immer von der richtigen Belohnung, doch was meint man damit eigentlich? Es handelt sich dabei keinesfalls um das trockene Leckerli, das der Besitzer am Liebsten hat, weil man es gut in der Jackentasche transportieren kann und die Finger nicht schmutzig werden. Es muss sich im Grunde auch gar nicht um eine Futterbelohnung handeln.

Vielmehr handelt es sich dabei um eine Form der Belohnung, die der Motivation des Hundes in der jeweiligen Situation am nähsten kommt. Was bedeutet das konkret? Ein Hund, der gerade einen Hasen hetzten möchte, für den wird eine Futterbelohnung aus der Hand wahrscheinlich keine passende Alternative sein. Man kann aber versuchen Kekse, einen Futterbeutel oder ein Spielzeug zu werfen um eine Belohnung zu erzeugen, die den Hund auf seinem Erregungslevel abholt. Man kann außerdem immer hinterfragen was der Hund gerade machen würde, wenn er könnte und versuchen genau das dann als Belohnung einzusetzen. Das kann ganz klassisches Hundeverhalten sein: am Boden schnüffeln, über die Wiese laufen, zu einem anderen Hund im Freulauf rennen, sich eine Kastanie schnappen und diese durch die Luft werfen – alles ist möglich, solange es niemandem weh tut. Es versteht sich von selbst, dass wir keinen Hund für ein braves „Sitz“ mit dem Hetzen eines Rehs belohnen.

Nimmt man ganz klassisch eine Futterbelohnung, dann sollte man auf jeden Fall etwas wählen, was der Hund wirklich gerne mag. Nicht selten erlebt man es, dass Besitzer Leckerlis auf den Hundeplatz mitbringen, bei welchen der Hund die Nase rümpft oder sie direkt wieder auf den Boden spuckt. Und das bedeutet nicht, dass der Hund über alle Maße verwöhnt ist, sondern dass der Besitzer nicht geprüft hat was wirklich eine Belohnung und eine Motivation für seinen Hund darstellt. Welche Form der Belohnung am geeignetsten ist entscheidet also letztlich immer der Hund – im besten Fall gemeinsam mit seinem Menschen.

Wie bereits in dem Blogbeitrag zum Thema „Markertraining“ beschrieben, ist es sehr sinnvoll und zielführend nicht immer dieselbe Form der Belohnung zu nutzen, sondern diese zu variieren und der Situation anzupassen. Bekommt der Hund beispielsweise immer nur eine Futterbelohnung, so wird er bei Magenschmerzen kein Kommando ausführen, da ihm überhaupt nicht nach Essen zu Mute ist.

Die Wirkung des Zeitpunkts der Belohnung

Spannend ist außerdem sich den Zeitpunkt der Belohnung näher anzusehen. Denn tatsächlich gibt es nicht DEN richtigen Zeitpunkt der Belohnung, sondern je nach dem was man trainieren und verstärken möchte unterschiedliche.
Lässt man einen Hund beispielsweise neben sich absitzen, dann kann man je nach Zeitpunkt der Belohnung folgende Dinge trainieren:

1. Latenzzeit zwischen dem Kommando und der Ausführung: Wenn man trainieren möchte, dass sich der Hund möglichst prompt nach dem Kommando hinsetzt, dann sollte man den Hund sofort dann belohnen, wenn er sich absetzt oder abgesetzt hat.

2. Dauer der Ausführung: Belohnt man jedoch erst nach einigen Sekunden, so trainiert man es, dass der Hund das Kommando über eine gewisse Dauer ausführt, also beispielsweise 20 Sekunden sitzen bleibt.

3. Kommando unter Ablenkung: neben den ersten beiden Punkten kann man außerdem noch die Ausführung des Kommandos unter Ablenkung trainieren, indem man den Hund dann belohnt, wenn die Ablekung gerade am stärksten ist. Der Hund sitzt also neben einem und es kommt zum Beispiel ein anderer Hund an der Leine vorbei gelaufen. Man markiert und belohnt den Moment, in dem der andere Hund am nähsten an dem eigenen sitzenden Hund ist.

Der Ort der Belohnung

Mit dem Ort der Belohnung kann man die Tendenz eines Hundes verändert oder verstärken. So kann man beispielsweise einen Hund, der beim Sitzen sehr unruhig ist und dazu tendiert schnell aus der Position aufzustehen direkt beim Sitzen aus der Hand belohnen. Einem Hund, der ein bisschen mehr Action und Motivation braucht kann man die Belohnung ins Gras werfen, so dass er einen Satz dorthin springen kann. Belohnt man das ruhige Erblicken eines Fahrradfahrers immer auf der vom Weg abgewandten Seite, so erhöht man die Tendenz des Hundes selbständig auf die Seite zu gehen, wenn er ein Fahrrad sieht. Läuft ein Hund sehr langsam an der Leine, dann ist es hilfreich die Belohnung nach Vorne zu richten, zieht der Hund von sich aus eher nach Vorne, dann sollte die Belohnung hinter einem stattfinden. Und so weiter und so weiter, die Liste der Beispiele und Anwendungsmöglichkeiten lässt sich unendlich weiterführen, diese soll jedoch einfach nur zeigen, dass neben der Art und dem Zeitpunkt der Belohnung auch der Ort bedacht werden sollte, weil es eine einfache und effektive Möglichkeit ist die Tendenz des Hundes zu beeinflussen und sich selbst und dem Hund somit im Training zu helfen.

Keine Ausreden mehr für Strafreize

Methoden & Hintergründe

Vor einigen Jahren galt es noch als neu und innovativ, wenn man als Hundeschule oder Hundetrainer gesagt hat, dass man rein mit den Methoden der positiven Verstärkung trainiert. Kurze Zeit später wurde diese Aussage inflationär verwendet, leider sieht der Alltag oft anders aus. Es herrscht noch sehr viel Unwissenheit und Unverständnis über Strafreize und Verstärkung. Aber ich finde: wir Hundetrainer sind mittlerweile zu klug. Wir können uns nicht mehr damit herausreden, dass gewisse Methoden früher doch immer angewendet wurden und man selbst gute Erfahrungen damit machte. Es gibt einen aktuellen wissenschaftlichen Wissensstand, der Teil einer modernen Hundeerziehung ist, bzw. sein sollte. Es gibt einfach keine Ausreden mehr für die Verwendung von Strafreizen und Schreckmethoden in der Hundeerziehung, denn es gibt gut funktionierende Alternativen, die ohne ‚Nebenwirkungen’ auskommen und deutlich nachhaltiger wirken. Denn was alle Strafreize und Schreckmethoden miteinander gleich haben: man arbeitet nie an der Ursache eines Problems, sondern versucht lediglich die Symptome zu minimieren, in dem man sie dem Hund verbietet und damit Verhalten hemmt. Das bedeutet aber genauso, dass sich dieser Hund für seinen Frust, seine negative Energie oder seine Angst ein anderes Ventil suchen muss. Das können dann zum Beispiel körperliche Beschwerden oder aggressive Verhaltensweisen sein.

Ein Hund sollte immer mit Respekt, Liebe und Verständnis erzogen werden, natürlich auch mit der nötigen Kosequenz – diese gilt aber wohl eher dem Hundebesitzer in der Umsetzung eines gut aufgebauten Trainingsplans. Dabei muss darauf geachtet werden warum ein Hund gewisse Verhaltensweisen zeigt, damit man die Ursache erkennt und behandelt und nicht nur Symptome deckelt. Daher sind alle Formen von Gewalt, aversiven Hilfsmitteln und Schreckmethoden abzulehnen. Dazu zählen:

  • gewalttätiges körperliches Einwirken auf den Hund (Schläge, Knie hochziehen, in die Flanken schlagen, etc.)
  • Brüllen und Schreien, ständiges Schimpfen, „Nein-Aus-Pfui!“, Zischlaute
  • Leinenruck, Zughalsband, Stachelhalsband
  • Typische aversive Hilfsmittel: Wasserspritzen, Disc-Scheiben oder Ketten werfen, Erziehungshalsbänder mit Sprühstoß oder Strom, Rüttelboxen

Die harmlosen Schreckmethoden

Viele Hundebesitzer unterschätzen die Wirkung von Wasserspritzen oder Disc-Scheiben, da sie dem Hund offensichtlich keine körperlichen Schmerzen zufügen. Dennoch ist ihr Einsatz absolut bedenklich, denn es macht Hunde nervös und unsicher, wenn sie in der Erwartungshaltung sind es könne zu einem Schreck kommen ohne zu wissen wann. Hunde zeigen ein Verhalten, weil es in dieser Situation für den Hund das einzig richtige zu sein scheint, daher kann er gar nicht davon ausgehen, dass für dieses Verhalten eine Strafe folgen wird. Oder sein Bedürfnis das Verhalten zu zeigen ist so groß, dass er nicht anders kann, obwohl er bereits gelernt hat, dass eine negative Konsequenz folgen wird. Wenn ein Hund sein Verhalten durch diese Art der Maßregelung unterbricht, dann haben die Hilfsmittel eine enorme Wirkung auf den Hund. Nur weil wir Menschen keine Schmerzen damit in Verbindung bringen, heißt das nicht, dass man einen Hund damit nicht nachhaltig und tiefgehend erschrecken kann. Sonst hätte diese Methode ja gar keine Wirkung.

Die Sache mit dem unerwünschten Verhalten

Es ist menschlich, dass Besitzer ihrem Hund mitteilen möchten was er nicht machen darf oder dass er in ihren Augen gerade etwas falsches getan hat. Es ist schwierig einem Hund verständlich zu machen, dass sein für ihn vollkommen nachvollziehbares Verhalten für uns unerwünscht ist. Wie kann ein Rüde verstehen, dass er der läufigen Hündin nicht nachsteigen soll? Woher weiß ein Hund, dass der halbe Kuchen auf dem Sofatisch nicht für ihn übrig gelassen wurde? Hunde verstehen das erst einmal nicht. Man kann ihnen lediglich über die Erziehung ein Alternativverhalten oder einen guten Gehorsam beibringen und dafür sorgen, dass der Hund insgesamt entspannt und ausgeglichen ist.

Die Sache mit dem erwünschten Verhalten

Ich spreche ungerne von Dingen, die der Hund falsch macht oder nicht machen darf. Ich spreche lieber davon, dass der Hund in gewissen Situationen Verhaltensweisen zeigt, die für den Besitzer unerwünscht sind. Allgemein sollte es das Ziel sein, dass der Hund die überwiegende Zeit des Tages erwünschtes Verhalten zeigt, denn ist das der Fall, bleibt gar nicht mehr so viel Zeit für unerwünschte Verhaltensweisen. Dafür kann gemeinsam mit einem Trainer daran gearbeitet werden das bestehende unerwünschte Verhalten auf ein Minimum zu reduzieren, so dass es letztlich selten dazu kommt, dass der Hund in das Verhalten verfällt und sollte es doch einmal passieren, dann muss der Besitzer in der Lage sein dieses für ihn unerwünschte Verhalten zu unterbrechen um wieder eine Situation mit erwünschtem Verhalten zu erzeugen. An dieser Stelle möchte ich alle Hundebesitzer kurz darum bitten sich zu überlegen welche unerwünschten Verhaltensweisen ihr Hund zeigt. Womöglich bellt er, wenn es an der Haustüre klingelt. Und nun bitte ich im zweiten Schritt zu überlegen wie oft und lang pro Tag das vorkommt. Bleiben wir bei meinem Beispiel und es klingelt 4 mal pro Tag, wobei der Hund jeweils für 30 – 60 Sekunden bellt. Wir sprechen hier also von 4 Minuten unerwünschtem Verhalten pro Tag. Da überwiegen die restlichen 23 Stunden und 56 Minuten doch eindeutig, da sind wir uns hoffentlich einig.

Natürlich darf und soll daran gearbeitet werden, dass der Hund kein übermäßig unerwünschtes Verhalten zeigt. Dennoch plädiere ich ganz stark dafür sich auch zu verdeutlichen wie viele Stunden am Tag der Hund vollkommen brav und angepasst ist. Warum sich also nicht darauf stürzen und den Hund mit Lob und positivem Umgang darin bestärken weiterhin so viel erwünschtes Verhalten zu zeigen? Nicht nur bei uns Menschen, auch bei Hunden sollte man sich auf die positiven Aspekte konzentrieren und die wenigen negativen versuchen auszugleichen, ohne ihnen zu viel Bedeutung im gemeinsamen Miteinander zukommen zu lassen.