„Bitte lass mich nicht allein“ – wieso Hunde Trennungsstress empfinden

"Allein, Allein" - Alleinbleiben im Alltag

Im Alltag mit Hund ist es unabdingbar, dass wir diesen hin und wieder alleine zu Hause lassen können. Denn zum Einkaufen, ins Kino oder zum Arzt können wir unsere Hunde natürlich nicht mitnehmen. Und genau in solchen Situation ist es sehr angenehm zu wissen, dass der eigene Hund einen nicht vermisst, sondern die Zeit alleine für ein ruhiges Nickerchen nutzt. 

Leider ist das nicht bei allen Hunden der Fall und genau dann tritt das Gegenteil ein – mit schlechtem Gewissen und komischem Bauchgefühl verlässt man das Haus und hofft, dass es für den Hund nicht ganz so schlimm sein wird. Doch wie viele Gedanken müssen wir uns eigentlich wirklich machen und was steckt hinter Trennungsstress? 

Gefährliche Missverständnisse

Das Thema Trennungsstress und Trennungsangst geht leider mit einigen Missverständnissen einher. Nicht selten wird davon gesprochen, dass Hunde, die nicht alleine bleiben können ihre Menschen kontrollieren wollen oder ihnen nicht zutrauen ohne sie zurecht zu kommen. Vermeintlich aus Trotz oder Wut wird dann die Wohnung zerlegt und sich auf den Wohnzimmerteppich erleichtert.

Doch diese Interpretationen sind stark vermenschlicht und werden unseren Hunden in keinster Weise gerecht, sondern drücken ihnen grundlos einen negativen Stempel auf.

Wir wissen, dass Soziale Isolation im Gehirn im selben Areal verarbeitet wird, wie körperlicher Schmerz. Anders gesagt: das Gehirn verarbeitet Trennungsstress ähnlich wie körperlichen Schmerz. Wenn unsere Hunde also ein Problem mit dem Alleinbleiben haben, dann ist das absolut keine Lappalie, sondern gegebenenfalls ein starker, wiederkehrender Stressor, der das Wohlbefinden des Hundes nachhaltig beeinflusst.

Natürlich gilt das nicht pauschal für das Alleinbleiben: Trennungsstress setzt an dem Punkt an, an dem man sich ausgeschlossen und isoliert fühlt und verzweifelt auf die Rückkehr der Sozialpartner*innen wartet.

Unsere Hunde sind hochsoziale Lebewesen und grundsätzlich auf das Leben in einer Gruppe bzw. einem Sozialverband ausgerichtet. Es ist auch nicht ungewöhnlich, dass Hunde Trennungsstress empfinden, denn erst einmal möchten sie die Bindung und Verbindung zu ihren Bezugspersonen aufrecht erhalten und möchten ihnen folgen oder sie zu sich rufen. Wenn beides nicht zum Erfolg führt, dann kann das zu Trennungsstress oder – angst führen. 

Wann sollte ich hellhörig werden?

Grundsätzlich sollte das Thema Alleinbleiben von Anfang an gut geplant und vorbereitet werden, denn genau das kann man sehr gut präventiv machen und erspart sich und seinem Hund damit viel Stress und Leid.

Wenn der Hund bereits regelmäßig allein bleibt, dann sollte man auf folgende Hinweise achten:

  • Der Hund kratzt an Türen, Fensterrahmen, Wänden oder zerstört die Einrichtung
  • Der Hund erleichtert sich in der Wohnung, obwohl er grundsätzlich stubenrein ist
  • Jaulen, Bellen, Unruhe sind klassische Hinweise
  • Der Hund freut sich über alle Maße und ist sehr aufgeregt, wenn man zurückkommt und braucht einige Zeit, bis er sich wieder beruhigt
  • Der Kauknochen, den man zur Erleichterung gegeben hat wird erst angerührt, wenn man wieder beim Hund ist
  • Der Schlafplatz wird häufig gewechselt, der Hund reagiert auf kleinste Geräusche mit Aufhorchen und ist immer auf die Türe ausgerichtet, um auf keinen Fall die Rückkehr zu verpassen
  • Der Hund hat nasse Körperstellen, da er sich oder einen Zweithund stark ableckt

Der Irrglaube der Gewöhnung

Es existiert ein großer Irrglaube über den Aufbau des Alleinbleibens, denn die Anleitung lautet häufig: Hund in kleinen Sequenzen an das Alleinbleiben gewöhnen, also zuerst eine Minute weggehen, und diese Zeit dann nach und nach steigern. Dabei aber erst wieder in die Wohnung oder das Zimmer gehen, wenn der Hund ruhig ist und nicht wenn er bellt oder jault. Außerdem dürfe man sich weder verabschieden, noch begrüßen.

Die Gefahr an dieser Anleitung ist leider vielschichtig: die geplante Gewöhnung funktioniert nur, solange sich der Hund in angenehmen Emotionen befindet, ansonsten tritt das Gegenteil ein – eine Sensibilierung, der Hund reagiert also immer feinfühliger auf soziale Isolation.

Warum existiert diese Anleitung dann immer noch so häufig? Sie funktioniert scheinbar häufig, denn viele Hunde leiden im Stillen oder ergeben sich irgendwann ihrem Schicksal, so dass man ihren Trennungsstress nicht unmittelbar erkennen kann. Was bleibt ist, dass das Alleinebleiben ein nicht zu unterschätzender Stressor ist. 

Entspannung ist die Lösung

Aber was kann man nun machen? Bringe deinem Hund bei, dass er auch ohne dich entspannen kann. Das ist sowohl für Welpen und Junghunde wichtig, als auch zum Alleinbleiben. Denn wie soll ein Hund 4 Stunden entspannt alleine bleiben können, wenn er es noch nicht einmal aushält eine Stunde lange keine Aufmerksamkeit von dir zu bekommen?

Vorbeugen ist viel besser und einfacher als zu warten, ob der Hund ein Problem entwickeln wird und es dann im Nachhinein auszubügeln. Daher direkt mit einer erfolgsversprechenden Anleitung aufbauen. Dann ist es oft bereits möglich Junghunde oder sogar Welpen zeitweise allein zu lassen, weil sie wissen, dass sie diese Zeit nutzen können um sich in Ruhe auszuschlafen.

Alleinbleiben übt man nicht in dem man die Wohnung verlässt, das Training startet mit einem individuell abgestimmten Entspannungstraining zuhause während man sich im selben Zimmer befindet, dann in einem anderen Zimmer und irgendwann verlässt man die Wohnung. Daher kann und sollte man damit bereits im Welpenalter starten bzw. sobald ein Hund bei dir einzieht oder du das Thema angehen möchtest.

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