Die richtige Sicherung

Die Sicherung von Tierschutzhunden ist ein vieldiskutiertes Thema. Das ist vor allem deshalb der Fall, weil der Standard bei den Organisationen stark variiert. Viele Organisationen geben genauen Anweisungen für die Sicherung des Hundes und statten diese auch direkt mit Sicherheitsgeschirren aus. Andere wiederum sehen das Thema entspannter oder gehen davon aus, dass sich die neuen Besitzer selbst zu diesem Thema informieren und am Tag der Abholung ausgestattet sind.

 

Ingesamt ist es wichtig, dass die Sicherung von Tierschutzhunden nicht auf die leichte Schulter genommen wird. Denn leider erlebt man es immer wieder, dass Hunde kurz nach dem Einzug in die neue Familie vermisst werden, da sie weggelaufen sind. Meistens schlüpfen sie durch ein Halsband oder einfaches Geschirr oder reißen sich los.

 

Im Folgenden ist zusammengefasst was man als neuer Besitzer eines Hundes aus dem (Auslands-)tierschutz bezüglich der Sicherung beachten sollte.

Hilfsmittel für eine doppelte Sicherung

Grundsätzlich werden Hunde mit einem Halsband oder Brustgeschirr sowie einer Leine gesichert. Wenn man aber einen ängstlichen oder schreckhaften Hund hat reicht diese Form der Sicherung nicht aus, da sich Hunde sobald sie in Panik geraten innerhalb von Sekunden aus einem Halsband oder Brustgeschirr winden oder dem Halter die Leine aus der Hand reißen können. Da man bei Hunden aus dem Auslandstierschutz nicht einschätzen kann wie diese in der neuen Umgebung reagieren ist eine besondere Sicherung Pflicht.

 

Für diese Form der Sicherung wird ein Sicherheitsgeschirr, ein Halsband und zwei Leinen benötigt. Diese Ausstattung sollte man auf jeden Fall zur Abholung des neuen Schützlings mitbringen, da man nicht davon ausgehen kann, dass die Organisation diese Hilfsmittel bereitstellt oder sie in der nötigen Größe verfügbar sind. Lieber hat man ein Halsband und eine Leine zu viel als zu wenig dabei.

 

Der Fokus der Sicherung liegt auf dem Sicherheitsgeschirr, das so geschnitten ist, dass es einmal vor und zweimal hinter den Vorderpfoten am Körper entlangführt, also insgesamt drei Stege aufweist (normale Brustgeschirre haben maximal zwei). Das Sicherheitsgeschirr ist in der Größe leicht verstellbar und sollte direkt nach Ankunft des Hundes angelegt und passend eingestellt werden. Natürlich wollen wir nicht, dass das Geschirr irgendwo drückt und einschneidet, dennoch ist es obligatorisch, dass es nicht zu locker sitzen darf, da es sonst den Zweck verfehlt. Jeder Besitzer ist grundsätzlich selbst dafür verantworlich zu überprüfen, ob das Sicherheitsgeschirr gut sitzt, wenn er seinen Hund in Empfang nimmt.

 

Zur doppelten Sicherung wird ein Halsband angelegt und die beiden Leinen jeweils am Geschirr und am Halsband eingehakt.

Dauer der doppelten Sicherung

Grundsätzlich wird empfohlen die doppelte Sicherung solange beizubehalten bis man den neuen Hund einschätzen kann. Erschrickt sich der Hund bei Verkehrslärm oder dem Anblick von Menschen oder anderen Hunden? Dann sollte die doppelte Sicherung auf jeden Fall mindestens einige Wochen beibehalten werden. Außerdem kann die doppelte Sicherung auch noch einige Zeit nach Ankunft des Hundes genutzt werden, zum Beispiel wenn man merkt, dass der Hund eine schreckhafte Phase durchlebt, Volksfeste oder Silvester vor der Tür stehen oder allgemein neue Situationen erlebt werden.

 

Ist eine doppelte Sicherung nicht mehr nötig, dann kann man auf das Halsband und die zweite Leine verzichten und den Hund weitere Wochen am Sicherheitsgeschirr führen. Am Sicherheitsgeschirr kann dann auch gerne eine Schleppleine befestigt werden, die es erlaubt dem Hund mehr Freilauf zu ermöglichen und einen Rückruf aufzubauen.

Sicherung im Haus und Garten

Ein Gartenzaun stellt keine ausreichende Sicherung für einen Hund dar. Panische Hunde springen über meterhohe Zäune oder finden das kleinste Schlupfloch. Daher dürfen Besitzer eines Tierschutzhundes die Gefahr im eigenen Zuhause nicht unterschätzen. Im Garten ist es zwingend erforderlich den Hund in den ersten Wochen mit einer Schleppleine am Geschirr zu sichern. Das gilt übrigens auch für Welpen und Hunde ohne Ängste. Denn die Sicherung im Garten ist auch dafür dienlich an den Hund heranzukommen, wenn dieser sich gerade nicht anfassen lassen möchte oder nicht mehr in das Haus zurückgeht. Es ist an dieser Stelle noch einmal zu betonen, dass man Anfangs einfach nciht zuverlässig einschätzen kann wie der Hund reagieren wird, daher muss eine Form der Sicherung existieren.

 

Im Haus selbst muss man in den ersten Wochen darauf achten alle Türen und Fenster geschlossen zu halten. Nicht selten passiert es, dass Hunde vor Schreck oder weil sie etwas spannendes gesehen haben aus einem Fenster oder vom Balkon springen. Auch diese Gefahr ist reell und sollte daher bedacht werden.

Die Flexileine als "No Go" im Tierschutz

Eine Flexileine mag in manchen Fällen sehr praktisch sein. Bei einem Hund aus dem Tierschutz ist sie in den ersten Wochen bis Monaten allerdings absolut nicht angebracht. Abgesehen davon, dass sie keine ausreichende Form der Sicherung darstellt und sowohl für das Leinentraining als auch Hundebegegnungen ungeeignet ist, entsteht ein lautes Geräusch, wenn dem Besitzer das Handstück aus der Hand fällt. Rennt der Hund daraufhin weg oder springt aus Schreck zur Seite, dann klappert das Handstück hinter dem Hund her, was noch mehr Panik verursacht. Bei schreckhaften Hunden passiert es so, dass sie vor einem Geräusch flüchten möchten, sie aber durchgehend von diesem verfolgt und nahezu getrieben werden, denn sie werden die Leine und das klappernde Handstück ja nicht los auf ihrer Flucht. Nicht selten rennen Hunde in solchen Momenten vollkommen panisch und kopflos Richtung Straßen oder Gleise und bekommen um sich herum gar nichts mehr mit. Die Gefahr, die in solchen Momenten von einer herunterfallenden Flexileine ausgeht ist keinesfalls aufgeschauscht, sondern absolut ernst zu nehmen.